Kesselflicker und der goldene Ring
Rückt ein bisschen enger zusammen, die Nacht kann um diese Zeit des Jahres ne richtige Zicke sein.
Auch ich hab heute ne Geschichte zum Besten zu geben, auch wenn ich kein Galliard bin und mich vielleicht nicht so toll ausdrücken kann… Hey, wenn ihr schon Dosen werfen müsst, dann nehmt wenigstens leere! Aber hört erstmal zu.
Die Geschichte beginnt irgendwo in ‘ner großen Stadt, in irgendeinem Land bei nem Beißer namens Kesselflicker.
Ja, ganz toll Chuck, wir wissen alle, was rauskommt, wenn man bei dem Namen von dem armen Hund das ‘l’ weglässt. Und jetzt halt die Klappe, ich erzähl hier!
So, Kesselchen streunte also durch die Straßen und wühlte mal hier, mal da, sein Mittagessen zusammen und allerlei anderes Zeug. Das konnte er recht gut, hatte ein Händchen dafür, wie man sagt.
Auf jeden wühlt er sich so durch, und in einer von den Müllsäcken sieht er was funkeln. Da kruscht er ein bisschen tiefer und hastenichtgesehn, was zieht er raus?
So ein Stückchen Dreck, und als er den Dreck wegmacht, hat er nen Goldring in der Hand, ein funkelndes, fettes Ding. Wie echt? Klar echt!
Oh Mann! Ich weiß dass das ganze unrealistisch ist, aber ich hab doch gesagt, es heißt GESCHICHTE!, nicht Tatsachenbericht! Geh doch Zeitung lesen!
Kesselflicker hat sich damals jedenfalls gefreut wie ein Schnitzel und den Ring sofort eingepackt, alles klar und ist damit weitergerannt.
Gebracht hat er den Ring zu nem Händler, der hat ihn sich angeschaut
“Flicker”, hat er gesagt, HÖR AUF ZU LACHEN CHUCK!, “Für den Ring, da geb ich dir, sagen wir mal, nen Kasten Bier, na?”
Mehr konnte ihm der Händler nicht geben, aber Kesselflicker schaut sich den Ring an, und das ganze Gold macht ihn völlig kirre im Kopf, vollkommen abgedreht, und er reißt den Ring wieder an sich, weil er findet, dass so ein Goldring viel mehr wert is als nur n Kasten Bier.
Also geht er weiter und lässt den Händler hinter sich… Mir ist schon klar, dass du das nicht gemacht hättest, Rattenfresse, du würdest deine eigene Mutter gegen ne Flasche Bier eintauschen, aber wie gesagt, der Goldring hat ihn blöd gemacht. Nein, es war NICHT der Eine Ring du Vollhonk von einem Frankweiler! Nein, sicher nicht! Den Einen Ring gibts nicht! Und jetzt Klappe sonst Beule!
Er geht also weiter, und es wird Nacht und ich glaub, ich muss keinem von euch erzähln, dass es Nachts ziemlich scheißkalt werden kann. Naja, vielleicht muss ich das doch erzählen, weil ‘Schluss-mit-lustig’ hier Makkaroni statt nem Hirn hat. Es wird auf jeden Fall immer kälter und Kesselflicker sieht in der Ferne ein Feuer wie das hier, um das wir hier sitzen mit Stammeskollegen außenrum, was Besseres gibts für nen frierenden Beißer auf der ganzen Welt nicht. Unser Protagonist geht also… Was? Protagonist? Keine Ahnung, hat mir n Frankweiler mal erzählt, das ist sowas wie Held nur mehr Beißer und weniger Silberfang. Jedenfalls geht Kesselflicker, unser Protagonist, oder zumindest MEIN verdammter Protagonist, zum Feuer, um sich die Pfoten mal ein wenig aufzutauen und mit den anderen ein wenig zu quatschen und klar, auch ein wenig mit seinem Fund anzugeben, denn wann findet man schonmal nen Goldring? Eben.
Und als er da steht und den anderen von der Geschichte erzählt, da freuen sie sich für ihn, weil er ja jetzt eigentlich was zum Futtern ausgeben könnte mit seinem ganzen Neureichtum und so…
Und da macht wieder was ‘klick’ in seinem Verstand, der sich schon voll um den Ring gewickelt hat, richtig, total verdreht, und plötzlich is ihm der Ring auch mehr wert als so ein Pack dahergelaufener Beißer und Blutsgeschwister. Und er grinst so richtig falsch, so falsch wie die Zähne von der alten Tante ein paar Häuser weiter und sagt sowas wie Klar, natürlich, er geht gleich was holen und zack! haut er ab und rennt vom Feuer weg.
Ja, Chuck, ich geb dir diesmal vollkommen recht, der Kerl ist ein Drecksack und man sollte ihm das ‘l’ schonmal generell wegnehmen.
Er rennt also weiter und die von euch, deren Hirn noch nicht mit dem billigen Fusel weggeschwemmt wurde, wissen vielleicht noch, dass es Nacht war. Und zack! rennt er in ne Gruppe richtig unangenehmer Gestalten, die ihn anschauen wie Panne die letzten Stücke MEINER PIZZA, ICH SEH DICH! und sie schaun den Ring an und wieder ihn und es ist ganz klar, dass sie kurz davor sind abzugehen wie n Rudel Fenris in nem fremden Caern.
Da drückt Kesselflicker seinen ach so tollen Ring an sich und tut zum ersten Mal was richtig Vernünftiges, er haut ab, ganz klar.
Wie, er hätte sie rundmachen sollen? Mitten in der Stadt? Noch ganz dicht in der Birne?!
Wie ich dich vielleicht erinnern darf, Hätte-das-Spülmittel-nicht-trinken-sollen, verbiegen wir nicht alle in der Menschengestalt Eisenbahngleise! Ach, Crinos? “Der Schleier” ist für dich auch nur was für Bauchtänzerinnen, hä?
Also, Kessel rennt und rennt und passt natürlich auf, dass er seinen tollen Ring nicht verliert aber nicht darauf, wo er hinrennt und eh er sichs versieht is er raus aus der Stadt und mitten im Wald. Wald, das ist das mit vielen Bäumen, was kein Park ist, das lernst du auch noch kennen.
Und natürlich hat er sich verlaufen, das kann in so nem Wald recht schnell passieren, wenn man nur auf so nen dummen Klunker aufpasst und nicht auf seine eigenen Füße.
Klar, Carol, dir wär das nie passiert. Du hättest doch nicht mal alleine den Weg aus der Mülltonne gefunden, in der du gestern Nacht geschlafen hast!
Jetzt steht er also im Wald, ihm ist arschkalt, Hunger und Durst hat er und einen Goldring, der ihm rein gar nichts bringt.
Da hört er ein Keckern über sich, ja, ist gut Chuck, behalt den für dich, und als er hochschaut sieht er ne Elster, die ihn beobachtet hat, seit er in den Wald gestolpert is, und das sagt sie ihm auch.
Da fragt er sie natürlich, ob sie ihn wieder rausholen kann… Ja, der Kerl hat mit nem Vogel geredet, und? Du redest jeden Morgen mit nem Toaster, das ist auch nicht besser! Jedenfalls schaut die Elster auf den Ring, und die Viecher stehen ja auf Glitzerzeug, und sie sagt ihm, wenn er ihr den Ring gibt, dann führt sie ihn raus.
Da wurde der Trottel fuchsteufelswild und er schreit und huft ein paar Bäume um, ja Spülmittel, im Wald darf man das, wenn keiner schaut und er beschimpft den Vogel mit allem, was ihm so einfällt, aber die Elster flattert nur ab und zu aus der Schusslinie und lacht ihn noch mehr aus, weil er so ein Idiot ist.
Und schließlich macht ihn das ganze Toben dermaßen müde, dass er endlich den Ring aufgibt und die Elster hält ihr Versprechen und führt ihn zurück zur Stadt.
Dort angekommen schleppt er sich wieder zu seinen Stammesbrüdern und erzählt ihnen seine Geschichte und klar lachen sie ihn ein bisschen aus, weil er so ein Vollidiot ist, aber du brauchst nicht so traurig zu schauen ‘Schaut-wie-ein-getretener-Hund’, ich bin mir sicher, sie hatten auch was zu Trinken für ihn und ein bisschen was zum Beißen und Pennen konnte er auch endlich.
Die Moral von der Geschicht? Muss man euch denn alles vorkauen? Die hat mehrere Morale oder wie auch immer das Zeug heißt, wenns in Massen vorkommt, aber die wichtigste für mich is, dass man nicht an den Dingen haften soll.
Das gilt besonders für Granaten ohne Ring.
Genial *.*
Ich maaag die Namen, auch wenn ich sie jetzt leider zum Großteil schon vorher kannte. ^_^
Endlich mal wieder ne FF mit Moral, das hab ich schon länger nimmer gehabt. Richitg rar das Zeug. Du solltest es verkaufen, du tätst reich werden. :D
Leider ein bisserl vorhersehbar, aber schööön. ^.^
Super ^.^b