<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Kalashins lustig kunterbunte Welt &#187; Geschichten</title>
	<atom:link href="http://kalashin.de/category/geschichten/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://kalashin.de</link>
	<description>Powered by PPPP - PrünzlichePlüschigePizznPartei</description>
	<lastBuildDate>Fri, 23 Jul 2010 09:55:23 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Kesselflicker und der goldene Ring</title>
		<link>http://kalashin.de/geschichten/kesselflicker-und-der-goldene-ring/</link>
		<comments>http://kalashin.de/geschichten/kesselflicker-und-der-goldene-ring/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 06 Apr 2008 21:07:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kalashin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[LARP]]></category>
		<category><![CDATA[Werewolf]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kalashin.de/?p=56</guid>
		<description><![CDATA[ 	Rückt ein bisschen enger zusammen, die Nacht kann um diese Zeit des Jahres ne richtige Zicke sein.
Auch ich hab heute ne Geschichte zum Besten zu geben, auch wenn ich kein Galliard bin und mich vielleicht nicht so toll ausdrücken kann&#8230; Hey, wenn ihr schon Dosen werfen müsst, dann nehmt wenigstens leere! Aber hört erstmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<em>Rückt ein bisschen enger zusammen, die Nacht kann um diese Zeit des Jahres ne richtige Zicke sein.<br />
Auch ich hab heute ne Geschichte zum Besten zu geben, auch wenn ich kein Galliard bin und mich vielleicht nicht so toll ausdrücken kann&#8230; Hey, wenn ihr schon Dosen werfen müsst, dann nehmt wenigstens leere! Aber hört erstmal zu.</em></p>
<p><span id="more-56"></span><em><br />
</em> Die Geschichte beginnt irgendwo in &#8216;ner großen Stadt, in irgendeinem Land bei nem Beißer namens Kesselflicker.<br />
Ja, ganz toll Chuck, wir wissen alle, was rauskommt, wenn man bei dem Namen von dem armen Hund das &#8216;l&#8217; weglässt. Und jetzt halt die Klappe, ich erzähl hier!<br />
So, Kesselchen streunte also durch die Straßen und wühlte mal hier, mal da, sein Mittagessen zusammen und allerlei anderes Zeug. Das konnte er recht gut, hatte ein Händchen dafür, wie man sagt.<br />
Auf jeden wühlt er sich so durch, und in einer von den Müllsäcken sieht er was funkeln. Da kruscht er ein bisschen tiefer und hastenichtgesehn, was zieht er raus?<br />
So ein Stückchen Dreck, und als er den Dreck wegmacht, hat er nen Goldring in der Hand, ein funkelndes, fettes Ding. Wie echt? Klar echt!<br />
Oh Mann! Ich weiß dass das ganze unrealistisch ist, aber ich hab doch gesagt, es heißt GESCHICHTE!, nicht Tatsachenbericht! Geh doch Zeitung lesen!<br />
Kesselflicker hat sich damals jedenfalls gefreut wie ein Schnitzel und den Ring sofort eingepackt, alles klar und ist damit weitergerannt.<br />
Gebracht hat er den Ring zu nem Händler, der hat ihn sich angeschaut<br />
&#8220;Flicker&#8221;, hat er gesagt, HÖR AUF ZU LACHEN CHUCK!, &#8220;Für den Ring, da geb ich dir, sagen wir mal, nen Kasten Bier, na?&#8221;<br />
Mehr konnte ihm der Händler nicht geben, aber Kesselflicker schaut sich den Ring an, und das ganze Gold macht ihn völlig kirre im Kopf, vollkommen abgedreht, und er reißt den Ring wieder an sich, weil er findet, dass so ein Goldring viel mehr wert is als nur n Kasten Bier.<br />
Also geht er weiter und lässt den Händler hinter sich&#8230; Mir ist schon klar, dass du das nicht gemacht hättest, Rattenfresse, du würdest deine eigene Mutter gegen ne Flasche Bier eintauschen, aber wie gesagt, der Goldring hat ihn blöd gemacht. Nein, es war NICHT der Eine Ring du Vollhonk von einem Frankweiler! Nein, sicher nicht! Den Einen Ring gibts nicht! Und jetzt Klappe sonst Beule!<br />
Er geht also weiter, und es wird Nacht und ich glaub, ich muss keinem von euch erzähln, dass es Nachts ziemlich scheißkalt werden kann. Naja, vielleicht muss ich das doch erzählen, weil &#8216;Schluss-mit-lustig&#8217; hier Makkaroni statt nem Hirn hat. Es wird auf jeden Fall immer kälter und Kesselflicker sieht in der Ferne ein Feuer wie das hier, um das wir hier sitzen mit Stammeskollegen außenrum, was Besseres gibts für nen frierenden Beißer auf der ganzen Welt nicht. Unser Protagonist geht also&#8230; Was? Protagonist? Keine Ahnung, hat mir n Frankweiler mal erzählt, das ist sowas wie Held nur mehr Beißer und weniger Silberfang. Jedenfalls geht Kesselflicker, unser Protagonist, oder zumindest MEIN verdammter Protagonist, zum Feuer, um sich die Pfoten mal ein wenig aufzutauen und mit den anderen ein wenig zu quatschen und klar, auch ein wenig mit seinem Fund anzugeben, denn wann findet man schonmal nen Goldring? Eben.<br />
Und als er da steht und den anderen von der Geschichte erzählt, da freuen sie sich für ihn, weil er ja jetzt eigentlich was zum Futtern ausgeben könnte mit seinem ganzen Neureichtum und so&#8230;<br />
Und da macht wieder was &#8216;klick&#8217; in seinem Verstand, der sich schon voll um den Ring gewickelt hat, richtig, total verdreht, und plötzlich is ihm der Ring auch mehr wert als so ein Pack dahergelaufener Beißer und Blutsgeschwister. Und er grinst so richtig falsch, so falsch wie die Zähne von der alten Tante ein paar Häuser weiter und sagt sowas wie Klar, natürlich, er geht gleich was holen und zack! haut er ab und rennt vom Feuer weg.<br />
Ja, Chuck, ich geb dir diesmal vollkommen recht, der Kerl ist ein Drecksack und man sollte ihm das &#8216;l&#8217; schonmal generell wegnehmen.<br />
Er rennt also weiter und die von euch, deren Hirn noch nicht mit dem billigen Fusel weggeschwemmt wurde, wissen vielleicht noch, dass es Nacht war. Und zack! rennt er in ne Gruppe richtig unangenehmer Gestalten, die ihn anschauen wie Panne die letzten Stücke MEINER PIZZA, ICH SEH DICH! und sie schaun den Ring an und wieder ihn und es ist ganz klar, dass sie kurz davor sind abzugehen wie n Rudel Fenris in nem fremden Caern.<br />
Da drückt Kesselflicker seinen ach so tollen Ring an sich und tut zum ersten Mal was richtig Vernünftiges, er haut ab, ganz klar.<br />
Wie, er hätte sie rundmachen sollen? Mitten in der Stadt? Noch ganz dicht in der Birne?!<br />
Wie ich dich vielleicht erinnern darf, Hätte-das-Spülmittel-nicht-trinken-sollen, verbiegen wir nicht alle in der Menschengestalt Eisenbahngleise! Ach, Crinos? &#8220;Der Schleier&#8221; ist für dich auch nur was für Bauchtänzerinnen, hä?<br />
Also, Kessel rennt und rennt und passt natürlich auf, dass er seinen tollen Ring nicht verliert aber nicht darauf, wo er hinrennt und eh er sichs versieht is er raus aus der Stadt und mitten im Wald. Wald, das ist das mit vielen Bäumen, was kein Park ist, das lernst du auch noch kennen.<br />
Und natürlich hat er sich verlaufen, das kann in so nem Wald recht schnell passieren, wenn man nur auf so nen dummen Klunker aufpasst und nicht auf seine eigenen Füße.<br />
Klar, Carol, dir wär das nie passiert. Du hättest doch nicht mal alleine den Weg aus der Mülltonne gefunden, in der du gestern Nacht geschlafen hast!<br />
Jetzt steht er also im Wald, ihm ist arschkalt, Hunger und Durst hat er und einen Goldring, der ihm rein gar nichts bringt.<br />
Da hört er ein Keckern über sich, ja, ist gut Chuck, behalt den für dich, und als er hochschaut sieht er ne Elster, die ihn beobachtet hat, seit er in den Wald gestolpert is, und das sagt sie ihm auch.<br />
Da fragt er sie natürlich, ob sie ihn wieder rausholen kann&#8230; Ja, der Kerl hat mit nem Vogel geredet, und? Du redest jeden Morgen mit nem Toaster, das ist auch nicht besser! Jedenfalls schaut die Elster auf den Ring, und die Viecher stehen ja auf Glitzerzeug, und sie sagt ihm, wenn er ihr den Ring gibt, dann führt sie ihn raus.<br />
Da wurde der Trottel fuchsteufelswild und er schreit und huft ein paar Bäume um, ja Spülmittel, im Wald darf man das, wenn keiner schaut und er beschimpft den Vogel mit allem, was ihm so einfällt, aber die Elster flattert nur ab und zu aus der Schusslinie und lacht ihn noch mehr aus, weil er so ein Idiot ist.<br />
Und schließlich macht ihn das ganze Toben dermaßen müde, dass er endlich den Ring aufgibt und die Elster hält ihr Versprechen und führt ihn zurück zur Stadt.<br />
Dort angekommen schleppt er sich wieder zu seinen Stammesbrüdern und erzählt ihnen seine Geschichte und klar lachen sie ihn ein bisschen aus, weil er so ein Vollidiot ist, aber du brauchst nicht so traurig zu schauen &#8216;Schaut-wie-ein-getretener-Hund&#8217;, ich bin mir sicher, sie hatten auch was zu Trinken für ihn und ein bisschen was zum Beißen und Pennen konnte er auch endlich.<br />
Die Moral von der Geschicht? Muss man euch denn alles vorkauen? Die hat mehrere Morale oder wie auch immer das Zeug heißt, wenns in Massen vorkommt, aber die wichtigste für mich is, dass man nicht an den Dingen haften soll.<br />
Das gilt besonders für Granaten ohne Ring.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kalashin.de/geschichten/kesselflicker-und-der-goldene-ring/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>System_Absturz</title>
		<link>http://kalashin.de/geschichten/system_absturz/</link>
		<comments>http://kalashin.de/geschichten/system_absturz/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 25 Dec 2007 17:11:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kalashin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[LARP]]></category>
		<category><![CDATA[Vampire]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kalashin.de/?p=38</guid>
		<description><![CDATA[ 	eine relativ neue Geschichte über einen typischen Nosferatu-Bau und seine Eigenheiten. 

Willkommen hier unten.
Frag dich bitte nicht, wie du hierher gekommen bist. Das ist völlig nebensächlich. Sieh dich um. Eine Höhle. Ja, du bist unterirdisch. Und das, was du gerade siehst, kriegen nicht viele Menschen zu Gesicht.
Wie? Oh, ich kann verstehen, dass du dich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<em>eine relativ neue Geschichte über einen typischen Nosferatu-Bau und seine Eigenheiten. </em></p>
<p><span id="more-38"></span></p>
<p><font face="Verdana,  Arial, Helvetica" size="2">Willkommen hier unten.</font></p>
<p><font face="Verdana,  Arial, Helvetica" size="2">Frag dich bitte nicht, wie du hierher gekommen bist. Das ist völlig nebensächlich. Sieh dich um. Eine Höhle. Ja, du bist unterirdisch. Und das, was du gerade siehst, kriegen nicht viele Menschen zu Gesicht.<br />
Wie? Oh, ich kann verstehen, dass du dich nicht wirklich geehrt fühlst. Ist kein schöner Anblick, was?<br />
Sei froh, dass das Licht hier so dämmrig ist. Der Boss meinte, die Lichtgirlanden würden eine gemütliche Atmosphäre schaffen. Irgendwie hat er Recht, die glitschigen Wände, der Sperrmüll der sich Möbel nennt und unsere eigenen Parodien auf normale Gesichter sehen wirklich viel angenehmer aus, wenn das Licht dämmrig und noch dazu bunt ist.<br />
Das Klicken der Computertasten hallt im ganzen Raum wider. Ungeduldig schaut der Boss über meine Schulter und ich wünschte, er würde damit aufhören.<br />
Irgendwann gewöhnst du dich an deine neue Visage, aber an den Boss gewöhnst du dich nie.<br />
&#8220;Wie weit bist du?&#8221; Die Stimme dringt durch das große Headset, das meine missgestalteten Ohren überdeckt. Das Bild da auf dem Schirm, das ist meine wahre Identität. Was zählt Aussehen schon im WWW? Ich brauche wenigstens keine Webcam.<br />
Ungeduldig klopfen die Klauen auf meine Schulter und ich weiß, ich sollte mir schnellstens eine plausible Erklärung einfallen lassen. Der Boss will nichts von moderner Technik hören, will keine Ausflüchte oder Ausreden hören. Und auch unbestimmte Zeitangaben wie &#8216;bald&#8217; sind zu vermeiden. Der Boss nimmt sie zu wörtlich. Nervös lange ich nach der alten energy-Drink-Dose und setzte sie an meinen Schlund, um ein wenig Zeit zu schinden. Die Tage, in denen ich jetzt Red Bull trinken würde, um wach zu bleiben, sind längst vorbei. Das Döschen enthält Blut, und dass ich es auf diese Weise zu mir nehme&#8230; Nennt es Macht der Gewohnheit und Wahrung der Klischees. Gut, was?<br />
Doch dummerweise bringt das nicht viel Zeit<br />
&#8220;Boss&#8230; Du weißt, ich geb mein bestes, aber was die Typen da haben&#8230; Nun, wenn wir das Hacken mit ner Eroberung gleichsetzen wollen, dann wäre das kein Einfamilienhäuschen, sondern ein Bunker!&#8221;<br />
Ich sehe die genervt blickenden, schwarzen, seelenlosen Augen und weiß, mein Boss hält nichts von schönen Metaphern. Er mag nur schöne Ergebnisse.<br />
Stillschweigend feuere ich den schwarzen Balken an &#8211; als Nosferatu halte ich nichts von schönen Betriebssystemen, sie sollen nur gut funktionieren &#8211; und tippe derweil völlig sinnlos auf den tasten herum, damit es nicht so aussieht, als würde ich nichts tun. Sonst ärgert sich der Boss. Schon jetzt beginnen die Ratten im Raum langsam, nervös zu werden. Sollen sie doch. Ich hasse die Viecher. Bauen Nester in meinen Arbeitsplatz, fressen Kabel an und wuseln auch so nur völlig sinnlos rum. Und man kriegt sie auch nicht los. Und sie verstecken sich so verdammt gut, dass ich wette, ein paar von denen haben das Blut vom Boss abgekriegt.<br />
So wie ich.<br />
Na, endlich ist der ganze Mist fertig. Mit gewichtiger Miene überreiche ich den Boss den USB-Stick, der ihn einsteckt, ohne eine Miene zu verziehen.<br />
Naja, was habe ich erwartet? So ist der Boss eben.<br />
Du willst wissen, wie es dazu kam, dass so ein netter Kerl wie ich in so schlechte Gesellschaft geriet?<br />
Dann musst du wohl noch ein bisschen hier unten bleiben. Ich bezweifle eh, dass du wieder hoch gefunden hättest.</font></p>
<p><font face="Verdana,  Arial, Helvetica" size="2">*****************************</font></p>
<p><font face="Verdana,  Arial, Helvetica" size="2">Einer der großen Probleme von &#8216;gefährlichen Zonen&#8217; der Stadt bei Nacht, wie der örtliche Park oder der Dealertreffpunkt sind, dass man sie manchmal einfach durchqueren muss. Und wenn man das tut, nicht sehr oft, vielleicht zum ersten Mal, rechnet man trotzdem nicht damit, dass einem selber was passiert. Warum denn auch? Unglück, also die richtig üblen Sachen, passieren immer anderen.<br />
Soviel zur Statistik. Haha.<br />
Ich wollte nur sagen, es hätte dir genauso passieren können, also wisch dir den &#8216;Ich hätte es besser gemacht&#8217; Blick aus dem Gesicht.<br />
Ich hetzte also diese Straße entlang, keine Ahnung, was mich da geritten hat, ich glaube, ich wollte rechtzeitig für nen raid zuhause sein&#8230; Ja, das wars.<br />
Peinlich, nicht war? Wie Kleinigkeiten manchmal unser Leben beeinflußen&#8230;<br />
Und dann bog ich in ein besonders schön schlechtbeleuchtetes Exemplar Gasse. Mitten in eine Schlacht.<br />
Ich hätte wegrennen sollen, ich wollte sogar weg, aber gleichzeitig hatte ich viel zu sehr Angst, mich irgendwie zu bewegen. Ich sah zu, wie Drei Gestalten auf eine Vierte einschlugen, mit Schlägen die die Eisenstangen in ihrer Hand verbogen&#8230; Und sie machten einfach weiter. Einer trieb dem anderen ein Messer in den Hals&#8230; Und sie kämpften weiter. Blut spritzte, floss in Strömen auf den dreckigen Teer hinab&#8230; Als einer plötzlich ausholte und mit einem Schrei etwas, das wie ein Schwert aussah tief im Brustkorb des einen versenkte.<br />
Und plötzlich Stille, und ich war schon dabei, mir eine &#8216;vernünftige&#8217; Erklärung auszudenken, warum von einem nicht mehr als ein Häufchen Asche übrig blieb, das von einem in eine Tüte gesteckt wurde.</font></p>
<p><font face="Verdana,  Arial, Helvetica" size="2">Dann kam eine der Gestalten auf mich zu, und ich muss sagen, ich hab selten etwas abgefuckteres in meinem Leben gesehen als die Maskengestalt vom Boss&#8230; Abgetragene, schmutzige Klamotten, die ein großes zerfetztes ganzes ergeben, vom Tief ins Gesicht gezogenen, verbeulten Hut bis hinunter zu den alten, unverwüstlichen und trotzdem schmutzig-kaputten Armeestiefeln, gekrümmter, schwankender, gebeugter Gang, wie einer dieser dummen Diener in schlechten Horrorfilmen, die nur zeigen sollen, wie nett und charismatisch der Oberböse wirkt.<br />
Die Augen schaute mitleidslos auf mich herab, die Hände in den Taschen versenkt, mit denen er eben noch geholfen hatte, jemanden zu töten&#8230; jedenfalls glaube ich das&#8230; und eine Ratte auf der Schulter, das größte von den Scheißviechern, das ich bis jetzt gesehen habe<br />
&#8220;Junge&#8230; du hast da was gesehen, was du nicht hättest sehen dürfen. Tut mir leid, aber das wars dann wohl für dich.&#8221;</font></p>
<p><font face="Verdana,  Arial, Helvetica" size="2">&#8220;Mo-Moment! Sie können mich doch nicht so einfach umbringen!&#8221;<br />
Klar, nicht gerade der Weisheit letzter Schluss, aber das ist nunmal alles, was ich rausgebracht hatte, als ich den Boss sah. Das ist nur natürlich, glaubs mir ruhig. Aber der Boss hatte da ein Gegenargument. Er tat aber vorerst so, als würd&#8217; er tatsächlich drüber nachdenken, kratzte sich am Hinterkopf, kraulte seine Ratte und starrte mich unentwegt an<br />
&#8220;Junge, ich habe Krieg, Hunger und Krankheit überlebt, während Fürsten in ihren Palästen einfach über das kleine Volk hinweg blickten. Ich habe hunderte Menschen in ihr Verderben rennen sehen, während sie noch fleißig &#8216;Sieg!&#8217; schrien. Die Kälte des Winters, der sengende Schmerz einer Wunde&#8230; irgendwann erwischt es jeden.&#8221; Sinnierend blickte er über meinen Kopf hinweg, während er den Eisenknüppel an seiner Seite mit einer Hand hob<br />
&#8220;Vielleicht ist das ein Trost für dich: Wenn du jetzt stirbst, hattest du ein schöneres Leben als viele, viele, viele andere.&#8221; Ich sah die Keule schon meinen Kopf zertrümmern, und dieser Umstand lockerte mir, wie auch vielen anderen, die Zunge<br />
&#8220;Kann ich nichts tun?&#8221;<br />
Die Keule wanderte weiter nach oben, langsam, bedächtig, schien er den Moment auszukosten<br />
&#8220;Ich lauf nicht zur Polizei, versprochen! Wer würde mir schon glauben? Da waren vier Spinner und der eine ist jetzt Asche und&#8230;&#8221;<br />
Die Keule war am höchsten Punkt angelangt<br />
&#8220;Oh Gott, geben sie mir doch ne Chance!&#8221;<br />
Stille.<br />
Als ich den harten Knall hörte, den die Eisenkeule verursachte, als sie auf die Straße fiel, wagte ich es, die Augen zu öffnen, und da stand der Boss schon ganz nah bei mir, ein Grinsen auf den verformten Lippen, die eitrig gelben Augen aufgerissen &#8211; ohne Maske, ohne Täuschung<br />
&#8220;Die sollst du kriegen!&#8221;<br />
Ich und meine große Klappe.</font></p>
<p><font face="Verdana,  Arial, Helvetica" size="2">Es war alles nur ein Traum<br />
Tja, das sollte ich wohl beim aufwachen denken, nicht? Hey, was liest du sonst so, Rosamunde Pilcher?!<br />
Herrgott, mein Herz hat nicht mehr geschlagen. Irgendwas an meinem Hals brannte wie Feuer, das sich über das ganze Rückrat ausbreitete und es zusammenzuziehen schien.<br />
Und überdies hockte dann auch noch der Boss vor mir, in meiner eigenen Wohnung.<br />
Soviel zu falschen Hoffnungen.<br />
Woher er wusste, wo ich wohne? Der Kerl, der ein Patent auf blöde Fragen hat, würde an dir reich werden. Er kannte mich natürlich.<br />
Du glaubst, es ist unmöglich, alle 307.900 Einwohner einer Stadt zu kennen? Vor kurzem hast dus auch noch für unmöglich gehalten, dass in der Kanalisation unter dir ein Haufen potthässlicher Untoter hocken. Willkommen in der Wirklichkeit.<br />
Da saß er also, der Boss und als ob der Anblick nicht schon gereicht hätte, hatte er auch noch Freunde dabei:<br />
Auf dem Sofa lag in einer Position, die zweifellos attraktiv gewesen wäre, würde einem nicht beim Anblick der liegenden Dame schlecht werden, Saphira, die ich wohl später als eine Cleopatra bezeichnen würde, und zwar eine der übelsten Sorte. Verdrängung ist nur dann was tolles, wenn du sie selber praktizierst.<br />
Direkt neben der Tür lehnte etwas, was man wohl als Mischung aus einem Schrank, einem Gorilla und einer Ratte interpretieren hätte können, wenn man von allen nur die hässlichsten Teile genommen hätte (Und das Hirn vom Schrank).<br />
Und schließlich, an meinem Computer, meinem Heiligtum, meinem Gefährten in einsamen Nächten, saß ein hagerer Kerl, so hochgewachsen, dass es einfach nur noch lächerlich wirkte. Die kratzenden Geräusche, die seine Klauen auf meiner Tastatur verursachten klangen wie der Soundtrack zu meinem persönlichen Albtraum, während er aus tief liegenden Augen unter einer Glatze, die mehr Krater als der Mond hatte unablässig auf den Bildschirm starrte. Fassungslos musste ich nicht nur sehen, dass der Kerl meine Tastatur zerkratzte&#8230; Der hatte tatsächlich mein Passwort geknackt und vergnügte sich jetzt auf meiner Festplatte &#8211; ein Ort, den ich bis jetzt für sicherer als Fort Knox gehalten hatte.</font></p>
<p><font face="Verdana,  Arial, Helvetica" size="2">Verwirrt setzte ich mich auf &#8211; und begegnete gleich einem häufigen Aspekt meines tollen neuen Lebens: Hallo, verkrümmter Rücken!<br />
Mit einigem Pumpen und Handwedeln schaffte ich es dann doch noch in eine einigermaßen sitzende Position zu manövrieren. Da der Boss und sein Gruselkabinett mich immernoch einfach nur beobachteten, beschloss ich, mir erstmal den fremden Hacker vorzunehmen&#8230; Und ihn wahrscheinlich zu Datenschrott zu verarbeiten<br />
&#8220;Hey, du Freak! Weg von meinem PC!&#8221;<br />
Mit einem einzigen, scheußlichen Knacken fuhr der Kopf zu mir herum, während der Körper weitertippte&#8230; Irgendwie ein grusliger Anblick, aber heute würde mich das nicht mehr beeindrucken, Kumpel. Da hab ich ganz andere Sachen gesehen.<br />
Der Kerl riss die Augen auf, begann mit dem Kopf zu zittern und senkte ihn langsam auf Schulterhöhe, bis der Boss die Hand hob (Ich glaub jedenfalls, dass es seine Hand war. Beim Boss weiß man nie so genau.) und eine wegscheuchende Bewegung machte &#8211; Endlich war der Blutegel von meinem PC weg.<br />
Es folgte der erste von hunderten von Aufträgen, einer rätselhafter als der andere, aber alle irgendwie&#8230; cool. Als die Bullerei mal beinahe vor meiner Tür stand, bin ich auch hier runter.<br />
Du willst die anderen kennenlernen? Nur zu, Alice. Aus diesem Kaninchenbau kommst du nicht mehr so leicht raus&#8230;<br />
Aber ich glaube, mit ner verrückten Teeparty können wir auch dienen.</font></p>
<p><font face="Verdana,  Arial, Helvetica" size="2">*******************************************</font></p>
<p><font face="Verdana,  Arial, Helvetica" size="2">Folge mir. Hast du Angst vor der Dunkelheit? Vor engen Räumen? Nein? Schade.<br />
Duck dich hier, die Decke ist ein wenig rau, du könntest dir wehtun&#8230; noch ein wenig tiefer&#8230; Kümmer dich nicht um das Knacksen in meinem Rücken, es klingt schlimmer als es ist.<br />
So, da wären wir. Frag nicht, warum sich ausgerechnet in dieser Höhle immer alle treffen&#8230; Hat sich irgendwann mal so entwickelt. Sei jetzt still, man wird uns nicht bemerken. Ich will, dass du was siehst.<br />
&#8230;<br />
Das dürfte genug sein. Hast du etwas bemerkt?<br />
Niemand hier würde der guten Saphira sagen, dass es nichts bringt, lasziv dazuliegen, wenn man ein Gesicht wie ein Tintenfisch mit Ausschlag hat. Niemand würde AbCom erzählen, dass es sinnlos ist, sich völlig in der Welt der www zu verlieren und damit total von der Realität abzudriften.<br />
Niemand käme je auf den Gedanken, Siff blöd von der Seite anzumachen, weil er jede Nacht sinnlosen Müll hier runter schleppt, den er als Schätze bezeichnet, nur um sie irgendwo verschimmeln zu lassen.<br />
Keiner würde es wagen, Rusk ins Verderben zu stürzen, indem er ihm klarmacht, dass seine Schwester, um die er sich nun schon seit 3 Jahrhunderten aufopfernd kümmert, in Wirklichkeit eine verfaulte Leiche und schon lange tot ist.<br />
Jeder weiß, dass das, was Pathock grade gesagt hat, pure Ironie war. Siehst du sie grinsen?<br />
Jeder merkt, dass Melanie heute einen schlechten Tag&#8230; oder eine schlechte Nacht hat und in Ruhe gelassen werden will. Wenn das nicht mehr so ist, wird sie wieder Gesellschaft haben.<br />
Und niemand braucht es dir zu sagen. Kein neuer Nossi bekommt eine Führung durch die Gänge hier unten, mit jemandem der ihm die Schwächen und weichen Punkte der anderen erklärt.<br />
Nenn es ruhig eine Abart unserer Begabung zur Tiersprache, das ist es jedenfalls, was ich vermute, aber irgendwie spürst du es als Nossi, wie dein Gegenüber drauf ist.<br />
Das ist der Clan, Jungchen.</font></p>
<p><font face="Verdana,  Arial, Helvetica" size="2">Also, dann komm mal mit, Kleiner. Durch den Tunnel da kriechen, ich hoffe du hast nichts an, was dir am Herzen liegt.<br />
Oh.<br />
Naja, vielleicht kann mans noch ausbrennen.<br />
Und jetzt komm mit, leise. Sie werden dich nicht sehen. Ich will erst, dass du was siehst. Und wir mögens nicht sonderlich, offen angegafft zu werden.<br />
Da, setz dich da hin. Keine Angst, die Flecken sind jetzt auch schon egal. Denk doch mal an was anderes als deine Gaderobe. Herrgott, vielleicht ersetz ich ihn dir sogar. Jetzt sei doch still.<br />
Hm. Da ist der Boss.<br />
Du solltest bedenken, wenn du mit ihm sprichst, dass du nicht lügen kannst. Er riecht das. Noch schlimmer, er kennt die Antworten schon. Der Boss liest Gesichter wie andere die Tageszeitung. Ach, und natürlich liest er auch das Schrecknet.<br />
Was das ist? Belaste dein Köpfchen nicht damit. Das ist ein paar Nummern zu groß für dich.<br />
Ich gehe jetzt, keine Angst, er wird dich schon nicht fressen.<br />
Glaube ich. Beim Boss kann man schließlich nie wissen.</font></p>
<p><font face="Verdana,  Arial, Helvetica" size="2">Und? Verwirrend, oder? Geht vielen so. Aber du willst immernoch hier unten bleiben?<br />
Das ist wiederum ungewöhnlich. Ganz sicher? Nicht mal frische Luft schnappen? Dich von dem Anblick einer versammelten Mannschaft Nosferatu erholen?<br />
Du bist mir vielleicht einer.<br />
Na gut, was kann ich dir sonst noch zeigen?<br />
Hm. Da wäre ein gewisses Risiko dabei. Aber du willst ja unbedingt? Na, gut.<br />
Sei leise. Geh vorsichtig. Und bitte berühr die Wasseroberfläche nicht. Sie ist vielleicht schlecht drauf.<br />
Von wem ich rede? Isabelle.<br />
Nein, das ist keine weitere verbitterte Diva mehr, die sich für eine Nymphe hält. Naja, eigentlich kommt das gut hin, wenn ichs mir recht überlege. Lass uns auf diesen Vorsprung da gehen, ja? Und, um Gottes Willen, VORSICHTIG. Willst du uns beide umbringen? Ich glaube, sie wurde schon länger nicht mehr gefüttert. Oder vor kurzem erst. Was von beiden schlimmer wäre? DAS kann ich dir auch nicht sagen. Kann nicht mit ihr sprechen.<br />
Ah, siehst du den Korb da drüben? Hol einfach was raus und&#8230; jetzt stell dich nicht so an. Es ist schon lange tot. Gut so. Schmeiß es ins Wasser und beobachte&#8230;<br />
Gut, das tut mir leid. Ich habe ganz vergessen, dass sie so groß ist. Hast du dich erschreckt? Aber hey, deine Hand ich noch dran. Und der Arm auch. Weiß du, was für verdammtest Glück du hattest? Jetzt lass uns von hier verschwinden. Mir sind die verdammten Krokodile vom Boss immernoch nicht ganz geheuer. Obs hier noch weitere gibt? Klar, Isabelle ist das Baby hier. Merkt man daran, dass sie nur 8 Meter groß ist. Kuschlig, im Prinzip. Du siehst, das mit dem Atommüll ist ziemlicher Crap, aber ganz lustig. Wenn sie wüssten, dass es eigentlich nur ein verhutzeltes kleines Männchen braucht, das schon seit Jahren unter der Erde lebt&#8230;<br />
Aber ich schweife ab.</font></p>
<p><font face="Verdana,  Arial, Helvetica" size="2">Wir zwei gehen jetzt zum Boss. Warum?<br />
Weil es dein Schicksal ist.<br />
Warum wärst du sonst hier unten? Zufall? Du denkst es war Zufall? Falsch gedacht. Genauso wie ich damals. Es gibt nur den Boss. Und was er sich in den Kopf gesetzt hat, das macht er auch. Also Kopf hoch, so schlimm wirds schon nicht werden.<br />
Schließlich wirst du ein Nosferatu.</font></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kalashin.de/geschichten/system_absturz/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

